Projekte

Ortrand

Neubau Feuerwehrgerätehaus Ortrand

Bauverantwortlich
Stadt Ortrand

Fertigstellung
04/2024

Generalplanung LP 1-9
bauplanconcept ingenieure gmbh

Der Entwurf für den Neubau des Feuerwehrgerätehauses in Ortrand verfolgt das Ziel, eine funktional klar strukturierte, langlebige und architektonisch prägnante Infrastruktur für den Einsatzbetrieb zu schaffen. Die Planung basiert auf einer eindeutigen Gliederung der Nutzungen sowie einer konstruktiv robusten Bauweise, die den hohen Anforderungen an Beanspruchung, Sicherheit und Wartungsfreundlichkeit gerecht wird.

Architektonisch wird das Gebäude als Ensemble aus drei eingeschossigen Baukörpern organisiert: Fahrzeughalle, Sozialbereich sowie Schulungs- und Verwaltungsbereich. Diese Volumen sind klar ablesbar und werden auf dem südlichen Grundstücksbereich positioniert, wodurch sowohl eine effiziente Erschließung als auch eine eindeutige Orientierung im Außenraum entsteht. Die Fahrzeughalle bildet das zentrale Element des Ensembles und wird durch die flankierenden Baukörper räumlich gefasst. Transparente Fassadenbereiche im Schulungstrakt sorgen für eine offene Wirkung und gute natürliche Belichtung, während differenzierte Materialitäten die einzelnen Funktionsbereiche gestalterisch hervorheben.

Die Konstruktion der Fahrzeughalle erfolgt auf einer Stahlbetonbodenplatte mit umlaufender Perimeterdämmung. Tragende Stahlbetonfertigteile in Sandwichbauweise gewährleisten hohe statische Belastbarkeit, kurze Bauzeiten sowie dauerhafte Widerstandsfähigkeit gegenüber mechanischer Beanspruchung. Die Dachkonstruktion wird als Pultdach mit Leimholzbindern ausgeführt, wodurch große stützenfreie Spannweiten ermöglicht werden. Eine leistungsfähige Wärmedämmung sowie ein Trapezblechabschluss sichern die bauphysikalische Qualität und Wirtschaftlichkeit im Betrieb. Der Bodenbelag aus Rüttelklinker ist auf hohe Punktlasten und intensive Nutzung ausgelegt.

Sozial- und Schulungsbereiche werden in monolithischer Massivbauweise aus Hochlochziegelmauerwerk errichtet. Diese Bauweise bietet gute Wärmespeicherfähigkeit, robuste Dauerhaftigkeit und ein ausgeglichenes Raumklima. Während der Schulungsbaukörper verputzte Außenflächen erhält, wird der Sozialtrakt durch eine vorgehängte Faserzementfassade akzentuiert, die zugleich konstruktiven Witterungsschutz und gestalterische Differenzierung schafft. Innen werden schwimmende Estrichkonstruktionen mit Dämmung eingesetzt, ergänzt durch abgehängte Decken zur Integration der technischen Gebäudeausrüstung und zur akustischen Optimierung.

Die Dachlandschaften der beiden Baukörper sind als begrünte Flachdächer geplant. Neben gestalterischen Qualitäten tragen sie zur Regenrückhaltung, zur Verbesserung des Mikroklimas und zur Langlebigkeit der Dachabdichtung bei. Energetisch wird das Gebäude durch eine Kombination aus Luft/Wasser-Wärmepumpe und Brennwerttechnik versorgt. Fußbodenheizungen in Aufenthaltsbereichen, Umluftheizer in der Fahrzeughalle sowie eine zentrale Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung unterstützen einen effizienten und nutzungsgerechten Betrieb.

Insgesamt verbindet der Entwurf klare architektonische Struktur, differenzierte Materialität und langlebige Konstruktion zu einem funktionalen Feuerwehrstandort, der sowohl den betrieblichen Anforderungen als auch gestalterischen und nachhaltigen Ansprüchen gerecht wird.